{"id":1967,"date":"2015-02-05T16:09:19","date_gmt":"2015-02-05T16:09:19","guid":{"rendered":"http:\/\/europeanjournalists.org\/de\/?p=1967"},"modified":"2015-02-05T16:17:31","modified_gmt":"2015-02-05T16:17:31","slug":"schlechtere-arbeitsbedingungen-gefahrden-die-pressefreiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/2015\/02\/05\/schlechtere-arbeitsbedingungen-gefahrden-die-pressefreiheit\/","title":{"rendered":"Schlechtere Arbeitsbedingungen gef\u00e4hrden die Pressefreiheit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die heute vom BAKOM ver\u00f6ffentlichte Studie (Puppis et al., 2014) der Universit\u00e4t Freiburg belegt, dass der Druck auf die Arbeitsbedingungen die Berichterstattungsfreiheit einschr\u00e4nkt. Gut 1000 Journalistinnen und Journalisten von impressum haben sich an der Befragung beteiligt. Die Resultate deuten auch darauf hin, dass andere kommerzielle Interessen die journalistische Unabh\u00e4ngigkeit bedr\u00e4ngen, so der Druck von Werbekunden oder auch Interessen des eigenen Unternehmens.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der letzte Abschnitt der Studie fasst zusammen: \u201e<em>Die Freiheit der Presse vom Staat wurde hart erk\u00e4mpft und ist ein wichtiges Gut. Dieses gilt es unbedingt zu bewahren. Aber auch die Abh\u00e4ngigkeit von kommerziellen Interessen stellt eine Gefahr f\u00fcr die Zukunft des Journalismus dar.<\/em>\u201c\u00a0 Der Schluss daraus ist, dass eine staatsferne Medienf\u00f6rderung die Unabh\u00e4ngigkeit der Medien f\u00f6rdere, nicht einschr\u00e4nke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von im<strong>press<\/strong>um, <strong>Urs Thalmann<\/strong>, sieht seine Beobachtungen im Journalistenverband best\u00e4tigt: \u201e<em>Der erh\u00f6hte Produktivit\u00e4tsdruck f\u00fchrt dazu, dass Journalisten immer weniger Zeit f\u00fcr vertiefte Recherchen haben. Auch die h\u00e4ufigen Restrukturierungen in den Redaktionen f\u00fchren zu einer grossen Unsicherheit und zu massivem Druck.<\/em>\u201c Und: \u201e<em>Dass sich die Arbeitsbedingungen verschlechtern, h\u00e4ngt eng mit dem GAV-losen Zustand der Deutschschweizer und Tessiner Presse zusammen.\u201c<\/em> Weiter erg\u00e4nzt er: <em>\u201eAuch das Ergebnis, dass die Pflege von Netzwerken leidet, besorgt uns. Und wir begr\u00fcssen sehr, dass endlich eine wissenschaftliche Studie vorliegt, die sowohl qualitativ als auch quantitativ den Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen und der Qualit\u00e4t der Berichterstattung aufzeigt.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Zentralsekret\u00e4rin <strong>Dominique Diserens<\/strong> erg\u00e4nzt mit Blick auf die Suisse Romande: <em>\u201eDer Gesamtarbeitsvertrag in der Suisse Romande st\u00fctzt die Arbeitsbedingungen erheblich. Davon profitieren die Unternehmen ebenso wie die Journalistinnen und Journalisten und letztlich die Leserinnen und Leser.\u201c Sie erg\u00e4nzt: \u201eAber auch in der Suisse Romande ist die private Finanzierung der Leitmedien eingebrochen. Der erh\u00f6hte wirtschaftliche Druck ist auf Redaktionen klar sp\u00fcrbar.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zur Frage der Pressef\u00f6rderung folgert Thalmann: <em>\u201eStaatliche Geldgeber schr\u00e4nken die Pressefreiheit nicht a priori st\u00e4rker ein als Werbekunden. Das zeigt die Studie deutlich. Die Unabh\u00e4ngigkeit wird am besten gew\u00e4hrleistet, wenn sich die Finanzierung auf verschiedene Quellen abst\u00fctzt. Eine staatsfern ausgestaltete direkte Pressef\u00f6rderung k\u00f6nnte die Medien von den Werbekunden unabh\u00e4ngiger machen.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Studie steht beim BAKOM zum Download bereit:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.bakom.admin.ch\/themen\/radio_tv\/01153\/01156\/04801\/index.html?lang=de\">http:\/\/www.bakom.admin.ch\/themen\/radio_tv\/01153\/01156\/04801\/index.html?lang=de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die heute vom BAKOM ver\u00f6ffentlichte Studie (Puppis et al., 2014) der Universit\u00e4t Freiburg belegt, dass der Druck auf die Arbeitsbedingungen die Berichterstattungsfreiheit einschr\u00e4nkt. Gut 1000 Journalistinnen und Journalisten von impressum haben sich an der Befragung beteiligt. Die Resultate deuten auch darauf hin, dass andere kommerzielle Interessen die journalistische Unabh\u00e4ngigkeit bedr\u00e4ngen, so der Druck von Werbekunden oder auch Interessen des eigenen Unternehmens. Der letzte Abschnitt der Studie fasst zusammen: \u201eDie Freiheit der Presse vom Staat wurde hart erk\u00e4mpft und ist ein wichtiges Gut. Dieses gilt es unbedingt zu bewahren. 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