{"id":2028,"date":"2015-06-11T10:38:27","date_gmt":"2015-06-11T10:38:27","guid":{"rendered":"http:\/\/europeanjournalists.org\/de\/?p=2028"},"modified":"2015-08-26T07:35:58","modified_gmt":"2015-08-26T07:35:58","slug":"medienverbande-und-unternehmen-sagen-nein-zur-vorratsdatenspeicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/2015\/06\/11\/medienverbande-und-unternehmen-sagen-nein-zur-vorratsdatenspeicherung\/","title":{"rendered":"Medienverb\u00e4nde und -unternehmen sagen Nein zur Vorratsdatenspeicherung"},"content":{"rendered":"<p>Berlin, 11.06.2015 \u2013 Verb\u00e4nde, inklusive EJF Mitgliedsorganisationen aus Deutschland, der <a href=\"https:\/\/www.djv.de\/\">Deutsche Journalisten-Verband<\/a> und die <a href=\"http:\/\/Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union\">Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union<\/a> in ver.di,\u00a0 und Unternehmen der Medienbranche erteilen der Wiedereinf\u00fchrung der in \u201eH\u00f6chstspeicherpflicht\u201c umbenannten Vorratsdatenspeicherung eine klare Absage. Am Vortag der ersten Lesung des Gesetzes zur Einf\u00fchrung einer Speicherpflicht und einer H\u00f6chstspeicherfrist f\u00fcr Verkehrsdaten im Bundestag fordern sie die Bundesregierung und die Regierungsfraktionen dazu auf, die Pl\u00e4ne zur Neuauflage einer Vorratsdatenspeicherung, die den f\u00fcr Journalisten unverzichtbaren Informanten- und Quellenschutz aushebelt, nicht weiterzuverfolgen.<\/p>\n<p>Die vorgesehene Speicherung von Telefonnummer, IP-Adressen und Standortdaten f\u00fcr die Dauer von bis zu zehn Wochen untergr\u00e4bt den Schutz der Informanten, zu dem Journalistinnen und Journalisten und andere Medienmitarbeiter berechtigt und ethisch verpflichtet sind. Zu Recht hat der EuGH an der f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rten europ\u00e4ischen Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung beanstandet, dass ein Schutz von Berufsgeheimnistr\u00e4gern vor der Speicherung ihrer elektronischen beruflichen Kontaktdaten fehlte.<\/p>\n<p>Auch das vorliegende Gesetz sieht einen solchen Schutz nicht vor. Soweit der Abruf der gespeicherten Daten durch Staatsanw\u00e4lte und Polizeibeh\u00f6rden insoweit unzul\u00e4ssig sein soll, ist der vorgesehene Schutz h\u00f6chst unvollkommen. Sollte das Gesetz Realit\u00e4t werden, k\u00f6nnen Journalisten ihren Quellen keinen Schutz vor Aufdeckung mehr bieten.<br \/>\nDie Organisationen lehnen auch die vorgesehene Strafvorschrift zur so genannten Datenhehlerei ab, die ebenfalls erheblich in den Schutz der journalistischen Arbeit eingreift. Zwar sollen die Entgegennahme, Auswertung und Ver\u00f6ffentlichung rechtswidrig beschaffter Daten durch Journalistinnen und Journalisten straffrei sein, jedoch gilt das nur, wenn die Datenhehlerei zuvor bereits vollendet ist.<br \/>\nNach Ansicht der Organisationen darf journalistische Arbeit nicht in die N\u00e4he der Strafbarkeit ger\u00fcckt werden. Schon die vorherige Erkl\u00e4rung, rechtswidrig beschaffte Daten entgegenzunehmen, soll nach dem Willen der Bundesregierung jedoch strafw\u00fcrdig sein. De facto w\u00fcrde der neue Straftatbestand zu einer Kriminalisierung der Medien f\u00fchren. Das Ziel journalistischer Arbeit, Informationen \u00fcber ein m\u00f6gliches strafbares Verhalten von Amtstr\u00e4gern, Firmen oder Organisationen aufzudecken und damit zur Meinungsbildung beizutragen, w\u00fcrde konterkariert.<\/p>\n<p>Ansprechpartner f\u00fcr die Presse:<br \/>\nDJV, Referat Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Ella Wassink, Charlottenstr. 17, 10117 Berlin, Tel. (030) 72 62 79 2-0, E-Mail: djv@djv.de, www.djv.de<\/p>\n<p>Dju in Ver.di, Cornelia Ha\u00df, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin,<br \/>\nTel. (030) 69 56-23 22, E-Mail: dju@verdi.de, www.dju.verdi.de<\/p>\n<p>BDZV, Anja Pasquay, Haus der Presse, Markgrafenstr. 15, 10969 Berlin,<br \/>\nTel. (030) 72 62 98-0, bdzv@bdzv.de, www.bdzv.de<\/p>\n<p>VDZ, Dr. Christoph Fiedler, Haus der Presse, Markgrafenstr. 15, 10969 Berlin,<br \/>\nTel. (030) 72 62 98-0, E-Mail: info@vdz.de, www.vdz.de<\/p>\n<p>VPRT, Stromstr. 1, 10555 Berlin,<br \/>\nTel. (030) 39 88 8-0, E-Mail: info@vprt.de, www.vprt.de<\/p>\n<p>ARD &#8211; Hessischer Rundfunk, Simone Schlee, Bertramstra\u00dfe 8, 60320 Frankfurt, E-Mail: SSCHLEE@hr-online.de<\/p>\n<p>ZDF, Christoph Bach, ZDF-Stra\u00dfe 1, 55127 Mainz E-Mail: Bach.C@zdf.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 11.06.2015 \u2013 Verb\u00e4nde, inklusive EJF Mitgliedsorganisationen aus Deutschland, der Deutsche Journalisten-Verband und die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di,\u00a0 und Unternehmen der Medienbranche erteilen der Wiedereinf\u00fchrung der in \u201eH\u00f6chstspeicherpflicht\u201c umbenannten Vorratsdatenspeicherung eine klare Absage. 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