{"id":2287,"date":"2017-05-24T07:27:54","date_gmt":"2017-05-24T07:27:54","guid":{"rendered":"http:\/\/europeanjournalists.org\/de\/?p=2287"},"modified":"2017-05-24T07:27:54","modified_gmt":"2017-05-24T07:27:54","slug":"ejf-jahresversammlung-investigative-medien-wichtiger-denn-je","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/2017\/05\/24\/ejf-jahresversammlung-investigative-medien-wichtiger-denn-je\/","title":{"rendered":"EJF Jahresversammlung: Investigative Medien wichtiger denn je"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content ph-article-text\">\n<div class=\"ph-article-text-lead\">\n<p>Von Wolfgang Mayer, dju in ver.di.<\/p>\n<p>Mogens Blicher Bjerreg\u00e5rd, Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Journalisten-F\u00f6deration (EJF), lie\u00df auf der Jahrestagung der EJF in Bukarest keinen Zweifel aufkommen: Investigativer Journalismus ist trotz der \u201ekritischen Zeiten\u201c f\u00fcr den Berufsstand wichtiger denn je \u2013 auch wenn Politiker auf Konfrontationskurs mit den Medien gehen, und derzeit 60 Kolleginnen und Kollegen in Europa wegen ihrer Dienste f\u00fcr die Gesellschaft in Gef\u00e4ngnissen sitzen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"ph-article-text-body\">\n<p><span id=\"more-41663\"><\/span>Patrick Penninckx, der Leiter der Abteilung zur Informationsgesellschaft beim Europarat, stellte fest: In 28 der 47 L\u00e4nder Europas sind Journalistinnen und Journalisten nicht hinreichend vor Gewalt gesch\u00fctzt. Allzu oft w\u00fcrden Gesetze gegen den Terrorismus dazu benutzt, um die Arbeit der Medien zu behindern. Sein Fazit: So sei die W\u00e4chterfunktion der Medien in Gefahr geraten. Angst mache sich im Berufsstand breit. Marilyn Clark, Professorin f\u00fcr Psychologie an der Universit\u00e4t auf Malta, steuerte das Ergebnis einer Studie bei: 31 Prozent der Journalist_innen in Europa gingen wegen dieser Angst lieber nicht mehr sensiblen, kritischen Geschichten nach. 69 Prozent litten unter psychologischen Problemen. Bjerreg\u00e5rds Appel: Selbstzensur sollte sich trotz aller Bedrohungen nicht in den K\u00f6pfen breit machen.<\/p>\n<p>Mehr denn je ist angesichts dieser Situation \u00fcber Grenzen hinweg Solidarit\u00e4t zwischen Journalisten und Journalistinnen gefragt \u2013 wof\u00fcr die EJF mit derzeit 71 Journalistenorganisationen in 43 L\u00e4ndern eine Plattform bietet. Ein eigenes Projekt befasst sich mit der T\u00fcrkei, wo gegen mehr als 120 Kollegen und Kolleginnen Haftbefehle erlassen wurden, die meisten Journalist_innen in Gef\u00e4ngnissen sitzen und unz\u00e4hlige weitere durch die Schlie\u00dfung von Medien ihre Jobs verloren haben. Der Fall Deniz Y\u00fccel ist nur ein Beispiel der massiven Verfolgung von Medienschaffenden in der T\u00fcrkei.<\/p>\n<p>Lobbying speziell f\u00fcr die Freien steht f\u00fcr die EJF ebenso wie der Kampf um die Urheberrechte weit oben auf der Agenda. Diesen beiden Themen widmen sich zwei von f\u00fcnf speziellen Expertengruppen der EJF, in denen die dju in ver.di das ganze Jahr \u00fcber mitarbeitet. Antr\u00e4ge zur Jahresversammlung, die in die Arbeit dieser Expertengruppen einflie\u00dfen, richteten sich unter anderem gegen die zunehmenden prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnisse von Journalistinnen und Journalisten in Europa sowie die negativen Ausw\u00fcchse der Digitalisierung. Diese Feststellung gilt europaweit: Eine \u201eFacebookisierung von Nachrichten\u201c scheint die Zukunft des Journalismus den Maschinen der Sozialen Medien ausgeh\u00e4ndigt zu haben und k\u00f6nne zu den \u201edramatischsten Ver\u00e4nderungen in der Geschichte des Journalismus\u201c f\u00fchren. Gegenstrategien zu entwickeln kann nur durch Zusammenarbeit \u00fcber die nationalen Grenzen hinweg gelingen.<\/p>\n<p>Der Europarat und die EU-Kommission sind dabei ebenso wie nationale Regierungen die Adressaten der Aktivit\u00e4ten. Kooperationen bestehen unter anderem mit dem Europ\u00e4ischen Gewerkschaftsbund ebenso wie mit der UNESCO. F\u00fcr die EU-Kommission koordiniert die EJF ein noch bis 2018 laufendes Projekt gegen Hassparolen und Diskriminierung in den Medien.<\/p>\n<p>Photo Credit: Urs Thalmann<\/p>\n<blockquote data-secret=\"nlXUFksPuK\" class=\"wp-embedded-content\"><p><a href=\"https:\/\/mmm.verdi.de\/internationales\/investigative-medien-wichtiger-denn-je-41663\">Investigative Medien wichtiger denn je<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"https:\/\/mmm.verdi.de\/internationales\/investigative-medien-wichtiger-denn-je-41663\/embed\/#?secret=nlXUFksPuK\" data-secret=\"nlXUFksPuK\" width=\"600\" height=\"338\" title=\"&#8222;Investigative Medien wichtiger denn je&#8220; &#8212; M - Menschen Machen Medien (ver.di)\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wolfgang Mayer, dju in ver.di. 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