{"id":2444,"date":"2019-04-30T11:30:37","date_gmt":"2019-04-30T11:30:37","guid":{"rendered":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/?p=2444"},"modified":"2019-04-30T11:30:37","modified_gmt":"2019-04-30T11:30:37","slug":"oesterreich-fpoe-politiker-droht-orf-journalisten-nach-kritischem-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/2019\/04\/30\/oesterreich-fpoe-politiker-droht-orf-journalisten-nach-kritischem-interview\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich: FP\u00d6-Politiker droht ORF-Journalisten nach kritischem Interview"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Die EFJ erkl\u00e4rt sich gemeinsam mit ihren Mitgliedern <span style=\"color: #000000\"><span lang=\"de-DE\">Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) und Deutscher Journalisten-Verband (DJV) <\/span><\/span>solidarisch mit dem Moderator des \u00d6sterreichischen Rundfunks (ORF) <strong>Armin Wolf<\/strong>, der seit Tagen unter massiven Anfeindungen von Politikern und Anh\u00e4ngern der Freiheitlichen Partei \u00d6sterreichs (FP\u00d6) steht. Ausl\u00f6ser war ein Live-Interview, das Wolf mit FP\u00d6-Generalsekret\u00e4r <strong>Harald Vilimsky<\/strong> f\u00fchrte. Wolfs Vergleich zwischen Abbildungen auf einem FP\u00d6-Wahlplakat und in der NS-Hetzpostille \u201eDer St\u00fcrmer\u201c f\u00fchrte zu Vilimskys Drohung in der Sendung, der Vergleich sei etwas, \u201edas nicht ohne Folgen bleiben kann\u201c. FP\u00d6-Parteichef <strong>Heinz-Christian Strache<\/strong> unterst\u00fctzte seinen Generalsekret\u00e4r, zahlreiche FP\u00d6-Anh\u00e4nger \u00fcberzogen den ORF-Journalisten in Facebook mit Hass-Postings. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"color: #000000\"><span lang=\"de-DE\">D<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span lang=\"de-DE\">ie Vorsitzende der Gewerkschaft der GPA-djp <strong>Barbara Teiber<\/strong> <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span lang=\"de-DE\">zeigte sich besorgt: \u201eDie Art und Weise wie einzelne FP\u00d6-Politikerinnen seit geraumer Zeit JournalistInnen des ORF attackieren, ist verheerend und demokratiepolitisch h\u00f6chst bedenklich&#8220;. \u201eMit Folgen f\u00fcr ein kritisches Interview zu drohen, zeugt von einer autorit\u00e4ren Gesinnung.\u201c, meinte auch der Vorsitzende der GPA-djp-Wirtschaftsbereichs ORF und T\u00f6chter, <strong>Gerhard Moser<\/strong>. Die Wiener FP\u00d6-Politikerin und ehemalige ORF-Journalistin <strong>Ursula Stenzel<\/strong> verglich <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span lang=\"de-DE\">anschlie\u00dfend<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span lang=\"de-DE\"> Wolfs Interviewf\u00fchrung mit den Verh\u00f6ren des NS-Volksgerichtshofs und l\u00f6ste damit weitere Emp\u00f6rung aus.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Auch die deutsche Gewerkschaft DJV zeigte sich solidarisch: Bundesvorsitzender Frank \u00dcberall erkl\u00e4rte, ein Politiker m\u00fcsse \u201ekritische Fragen eines Moderators aushalten, ohne auszurasten\u201c. Ausdr\u00fccklich dankt der DJV-Vorsitzende dem Generaldirektor des ORF Alexander Wrabetz f\u00fcr dessen klare Worte, mit denen er die K\u00fcndigungsforderung zur\u00fcckgewiesen hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span lang=\"en-US\">Die EJF Rundfunk-Expertengruppe <\/span><span lang=\"en-US\">beobachtet<\/span><span lang=\"en-US\"> schon seit l\u00e4ngerer Zeit mit Sorge die Entwicklungen in \u00d6sterreich, Polen, Ungarn, Italien, Littauen <\/span><span lang=\"en-US\">und<\/span><span lang=\"en-US\"> Estland. <\/span>2018 wurden mehrere L\u00e4nder, die als &#8222;sichere H\u00e4fen&#8220; f\u00fcr \u00f6ffentlich-rechtliche Medien galten, zu Orten, an denen sie einer erheblichen Bedrohung ausgesetzt sind. Haupts\u00e4chlich wurden drei Mittel eingesetzt, um die Unabh\u00e4ngigkeit der \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien zu schw\u00e4chen: Reduzierung der Ressourcen, Einschr\u00e4nkung des \u00f6ffentlichen Auftrags und die Einf\u00fchrung neuer Gesetze und Vorschriften. In Litauen wurde im Parlament eine Untersuchung \u00fcber den mutma\u00dflichen Missbrauch \u00f6ffentlicher Mittel durch den nationalen Sender eingeleitet. \u00c4hnliche Probleme traten in diesem Jahr auch in einigen etablierten Demokratien auf, wie beispielsweise in Luxemburg, wo der Generaldirektor des einzigen \u00f6ffentlich-rechtlichen Senders des Landes (Radio 100.7) vor Ablauf seines Mandats zur\u00fccktrat. Gewerkschaftsvertreter beklagten, dass der Schritt durch staatliche Einmischung und Anomalien im derzeitigen Regulierungs- und Aufsichtssystem provoziert wurde, die f\u00fcr eine bevorzugende Berichterstattung unangemessenen offiziellen Druck auf den Generaldirektor und die Journalisten des Radios aus\u00fcben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><em>Fotocredit<\/em><em>: Jeff Mangione<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EFJ erkl\u00e4rt sich gemeinsam mit ihren Mitgliedern Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) und Deutscher Journalisten-Verband (DJV) solidarisch mit dem Moderator des \u00d6sterreichischen Rundfunks (ORF) Armin Wolf, der seit Tagen unter massiven Anfeindungen von Politikern und Anh\u00e4ngern der Freiheitlichen Partei \u00d6sterreichs (FP\u00d6) steht. Ausl\u00f6ser war ein Live-Interview, das Wolf mit FP\u00d6-Generalsekret\u00e4r Harald Vilimsky f\u00fchrte. Wolfs Vergleich zwischen Abbildungen auf einem FP\u00d6-Wahlplakat und in der NS-Hetzpostille \u201eDer St\u00fcrmer\u201c f\u00fchrte zu Vilimskys Drohung in der Sendung, der Vergleich sei etwas, \u201edas nicht ohne Folgen bleiben kann\u201c. 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