{"id":2499,"date":"2019-06-04T08:16:08","date_gmt":"2019-06-04T08:16:08","guid":{"rendered":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/?p=2499"},"modified":"2019-06-04T08:47:10","modified_gmt":"2019-06-04T08:47:10","slug":"oesterreich-ejf-verurteilt-einschuechterungsversuch-nach-ustascha-gedenken-in-kaernten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/2019\/06\/04\/oesterreich-ejf-verurteilt-einschuechterungsversuch-nach-ustascha-gedenken-in-kaernten\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich: EJF verurteilt Einsch\u00fcchterungsversuch nach \u201eUstascha-Gedenken\u201c in K\u00e4rnten"},"content":{"rendered":"<p class=\"oneComWebmail-MsoNormal\">Die Europ\u00e4ische Journalisten F\u00f6deration (EJF) schlie\u00dft sich einem offenen Brief der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) an die Politik an, in dem ein deutliches Bekenntnis zu unabh\u00e4ngigem Journalismus in der EU gefordert wird. Vorausgegangen war ein Bericht auf der Titelseite des rechntsnationalen kroatischen Magazins &#8222;<em>Hrvatski Tjednik<\/em>&#8222;, auf dessen Titelblatt f\u00fcnf Journalisten von <em>\u00d61, der Standard, Deutscher Welle, Welt<\/em> und <em>Frankfurter Rundschau<\/em> abgebildet waren. Das Blatt bezeichnete sie als &#8222;jungkommunistische Internationale, die das Gedenken in Bleiburg nicht verhindern konnte&#8220;.<\/p>\n<p>Der Brief lautet wie folgt:<\/p>\n<p class=\"oneComWebmail-MsoNormal\">Wien (OTS) \u2013 JournalistInnen als Zielscheiben auf die Titelbl\u00e4tter sogenannter &#8222;Zeitungen&#8220; zu stellen, das hatten wir schon und solange liegen diese Zeiten in Europa nicht zur\u00fcck.<u><\/u><u><\/u><u><\/u>\u00a0<u><\/u>Die Journalistengewerkschafter <strong>Gerhard Moser<\/strong> und <strong>Eike-Clemens Kullmann<\/strong> zeigen sich emp\u00f6rt \u00fcber das, was das kroatische Boulevardblatt &#8222;<em>Hrvatski Tjednik<\/em>&#8220; aus dem international h\u00f6chst umstrittenen &#8222;Ustascha-Gedenken&#8220; im k\u00e4rntnerischen Bleiburg gemacht hat.<u><\/u><u><\/u><u><\/u>\u00a0<u><\/u><\/p>\n<p class=\"oneComWebmail-MsoNormal\">\u201eDies ist nichts anderes als eine mit Titelfotos versehene und mit Denunziationen im Blattinneren erweiterte Attacke auf \u00f6sterreichische und deutsche JournalistInnen. Sie haben ihren Job nach allen Regeln der Profession getan.\u00a0Diese als \u201aJung-\u00a0 oder Titokommunisten\u2018 zu diffamieren, sie per Foto \u00f6ffentlich kenntlich und angreifbar zu machen, all das haben wir, wie gesagt, schon gehabt. Austauschbar sind nur die \u201aEtikettierungen\u2018.\u201c<\/p>\n<p class=\"oneComWebmail-MsoNormal\">Prek\u00e4r wird die Situation da, wo kritische JournalistInnen immer wieder zum Opfer von Verfolgung und Denunziation, ja auch von Mordanschl\u00e4gen geworden sind. Wir reden hier von Kroatien, seit 2013 Mitgliedsstaat der Europ\u00e4ischen Union.\u00a0Seit Jahrzehnten arbeiten die Journalistengewerkschafter aus \u00d6sterreich mit den kroatischen Kolleginnen und Kollegen und dem europ\u00e4ischen Journalistenverband f\u00fcr Presse- und Medienfreiheit in diesem Land.\u00a0\u201eSollten die zust\u00e4ndigen kroatischen Ministerien und Stellen darunter verstehen, dass man Hetzbl\u00e4tter am Zeitungskiosk und anderenorts vertreiben darf und soll, dann haben wir wohl etwas falsch gemacht.\u201c<\/p>\n<p class=\"oneComWebmail-MsoNormal\"><b>Die EJF fordert daher gemeinsam mit der GPA-djp von den Zust\u00e4ndigen im kroatischen Mediensektor in aller Deutlichkeit:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li class=\"oneComWebmail-MsoNormal\">Lassen Sie es nicht zu, dass in- und ausl\u00e4ndische JournalistInnen in Ihrem Land diffamiert und denunziert werden!<\/li>\n<li class=\"oneComWebmail-MsoNormal\">Machen Sie aus dem Rundfunk endlich ein unabh\u00e4ngiges und \u00f6ffentlich-rechtliches Unternehmen!<\/li>\n<li class=\"oneComWebmail-MsoNormal\">Lassen Sie die KollegInnen frei von politischen und wirtschaftlichen Zwangsverh\u00e4ltnissen arbeiten!<\/li>\n<li class=\"oneComWebmail-MsoNormal\">Wir erwarten au\u00dferdem, dass sich die Verlagsh\u00e4user der betroffenen JournalistInnen in aller Deutlichkeit und Sch\u00e4rfe \u00e4u\u00dfern und sich sch\u00fctzend vor ihre diffamierten und \u00f6ffentlich angegriffenen MitarbeiterInnen stellen!<u><\/u><u><\/u><u><\/u><br \/>\n<u><\/u><\/li>\n<li class=\"oneComWebmail-MsoNormal\">Wir erwarten uns \u00fcberdies vom \u00f6sterreichischen Bundespr\u00e4sidenten <strong>Kurz<\/strong> und der deutschen Bundeskanzlerin <strong>Merkel<\/strong>, ebenso von der EU, dass nicht nur in bilateralen Gespr\u00e4chen auf derartige \u00dcbergriffe gegen freien Journalismus reagiert wird. Wir setzen darauf, dass in allen offiziellen und inoffiziellen Kontakten die Bedeutung der Freiheit von Medien, einzelner Journalistinnen und Journalisten und deren Bewegungsfreiheit in aller Deutlichkeit und selbstverst\u00e4ndlich auch in \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dferungen betont und eingefordert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"oneComWebmail-MsoNormal\">\u201eUnseres Erachtens ist es angebracht, jetzt in geeigneter Form mit Nachdruck deutlich zu machen, dass es Aufgabe des Staates und der EU ist, sicherzustellen, dass sich JournalistInnen v\u00f6llig ungehindert und frei bewegen k\u00f6nnen, um ihre Arbeit erledigen zu k\u00f6nnen \u2013 ohne dabei Angst vor Repressalien welcher Art auch immer haben zu m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p class=\"oneComWebmail-MsoNormal\">Die Freiheit der Medien ist Versprechen und Garantie, dass die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung erw\u00fcnscht und f\u00fcr jedeN B\u00fcrgerIn,\u00a0 m\u00f6glich ist. Dies m\u00fcssen auch die Zust\u00e4ndigen in der Europ\u00e4ischen Union eindeutig klarmachen. \u201ePresse- und Medienfreiheit sind Grunds\u00e4ulen der EU. Bei deren Verletzung einfach wegzusehen, w\u00e4re ein unentschuldbarer Fehler mit schwerwiegenden Folgen f\u00fcr andere europ\u00e4ische Mitgliedsstaaten\u201c, so Moser und Kullmann.<\/p>\n<p><em>Photo credit: <span class=\"FullNameGroup\">Krsto Lazarevi\u0107\u200f<\/span><span class=\"FullNameGroup\"><span class=\"UserNameBreak\"> on twitter<\/span><\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Journalisten F\u00f6deration (EJF) schlie\u00dft sich einem offenen Brief der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) an die Politik an, in dem ein deutliches Bekenntnis zu unabh\u00e4ngigem Journalismus in der EU gefordert wird. 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