{"id":2751,"date":"2022-10-04T09:49:26","date_gmt":"2022-10-04T09:49:26","guid":{"rendered":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/?p=2751"},"modified":"2022-10-04T09:49:26","modified_gmt":"2022-10-04T09:49:26","slug":"deutschland-gesetzesentwurf-garantiert-keinen-ausreichenden-schutz-fuer-whistleblower","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/2022\/10\/04\/deutschland-gesetzesentwurf-garantiert-keinen-ausreichenden-schutz-fuer-whistleblower\/","title":{"rendered":"Deutschland: Gesetzesentwurf garantiert keinen ausreichenden Schutz f\u00fcr Whistleblower"},"content":{"rendered":"<p>Der Entwurf des Hinweisgeberschutzgesetzes der Bundesregierung\u00a0sch\u00fctzt Whistleblowing nicht ausreichend, kritisiert ein Medienb\u00fcndnis aus deutschen Gewerkschaften und Medienunternehmen. Die <strong>Europ\u00e4ische Journalisten F\u00f6deration<\/strong> (EJF) unterst\u00fctzt die Forderungen ihrer deutschen Mitglieder, des <strong>Deutschen Journalisten-Verbandes<\/strong> (DJV) und der <strong>Deutschen Journalisten-Union<\/strong> (dju in ver.di), nach einer Versch\u00e4rfung des Gesetzesentwurfs.<\/p>\n<p>Am 29. September 2022 <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2022\/kw39-de-hinweisgebende-personen-911404\">debattierte<\/a> der Bundestag erstmals \u00fcber den <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/20\/034\/2003442.pdf\">Gesetzesentwurf der Bundesregierung,<\/a>\u00a0der im Rahmen des <a href=\"https:\/\/europeanjournalists.org\/blog\/2019\/03\/13\/eu-directive-on-whistleblowing-efj-regrets-that-protection-for-public-disclosure-is-subject-to-restrictive-conditions\/\">Umsetzungsprozesses der EU-Richtlinie in deutsches Recht<\/a>, Whistleblower besser vor Repressalien sch\u00fctzen soll.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Der Gesetzesentwurf wurde noch in der Ressortabstimmung im Gesetzgebungsverfahren abgeschw\u00e4cht und so, laut des Medienb\u00fcndnisses &#8222;mit unzureichendem Schutz f\u00fcr Whistleblowing&#8220; in den Bundestag \u00fcbermittelt.<\/span><\/p>\n<p>Im Wesentlichen lautet die<a href=\"https:\/\/dju.verdi.de\/presse\/pressemitteilungen\/++co++0f1f912c-3f40-11ed-8988-001a4a160116\">Kritik des Medienb\u00fcndnisses<\/a>:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"li2\"><span class=\"s1\">Die Erm\u00f6glichung anonymer Hinweise ist nicht verpflichtend;<\/span><\/li>\n<li class=\"li2\"><span class=\"s1\">Das Gesetz umfasst einen zu kleinen sachlichen Anwendungsbereich, sodass es f\u00fcr potenzielle Hinweisgeber und -geberinnen undurchsichtig wird, inwiefern sie sich auf den Schutz des Gesetzes verlassen k\u00f6nnen. Der Schutz des Gesetzes umfasst insbesondere\u2026 <\/span>\n<ul>\n<li class=\"li2\"><span class=\"s1\">nur illegales, nicht aber illegitimes (z.B. moralisch fragw\u00fcrdiges) Verhalten<\/span><\/li>\n<li class=\"li2\"><span class=\"s1\">nur \u201eVerst\u00f6\u00dfe\u201c, nicht aber den \u201eVerdacht von Verst\u00f6\u00dfen\u201c<\/span><\/li>\n<li class=\"li2\"><span class=\"s1\">nicht die besonders praxisrelevanten Verst\u00f6\u00dfe gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz<\/span><\/li>\n<li class=\"li3\"><span class=\"s1\">nur die Informationsweitergabe an ein Medium, wenn eine erfolglose organisationsinterne Offenlegung vorausging<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: 400\">\u201eDer Gesetzesentwurf schafft nicht die n\u00f6tige Sicherheit und wird in dieser Form verhindern, dass relevante Informationen bekannt werden\u201c, kritisiert das Medienb\u00fcndnis.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>In ihrer Begr\u00fcndung f\u00fchrt die Bundesregierung aus, dass mit dem Entwurf der bisher l\u00fcckenhafte und unzureichende Schutz von Hinweisgebern und -geberinnen erweitert werden soll. Es sollen sowohl interne als auch externe Meldewege eingerichtet werden, um Hinweise auf Verst\u00f6\u00dfe innerhalb eines Unternehmens oder einer Beh\u00f6rde entgegenzunehmen.<\/p>\n<p>Das Medienb\u00fcndnis h\u00e4lt die Absicht, den Schutz von Whistleblowern zu verbessern, f\u00fcr wichtig, da dies zum Schutz der Quellen von Journalisten und Journalistinnen f\u00fchren wird. Allerdings seien die M\u00f6glichkeiten der zugrundeliegenden EU-Richtlinie &#8222;noch lange nicht ausgesch\u00f6pft&#8220;. Der Gesetzesentwurf biete nicht die notwendigen Schutzvorkehrungen:<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: 400\">\u201eMissst\u00e4nde und Skandale geh\u00f6ren an die \u00d6ffentlichkeit. Journalistinnen und Journalisten und ihre Quellen brauchen eine allgemeinverst\u00e4ndliche Gesetzgebung, die Hinweisgebende vor Strafverfolgung und Vertragsstrafen sch\u00fctzt. Es ist ein Gesetz notwendig, das der Transparenz und dem \u00f6ffentlichen Interesse Rechnung tr\u00e4gt.\u201c<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Das Medienb\u00fcndnis besteht aus folgenden Gewerkschaften und Medienunternehmen:<\/span><\/p>\n<p><strong>DJV, dju in ver.di, BDZV, Deutschlandradio, MVFP, VAUNET, ARD, ZDF, Deutscher Presserat.<\/strong><\/p>\n<p>Der Gesetzesentwurf wurde nach der <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/mediathek?videoid=7546609&amp;url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk=&amp;mod=mediathek\">Aussprache im Bundestag<\/a> zur weiteren Beratung an den federf\u00fchrenden Rechtsausschuss \u00fcberwiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Entwurf des Hinweisgeberschutzgesetzes der Bundesregierung\u00a0sch\u00fctzt Whistleblowing nicht ausreichend, kritisiert ein Medienb\u00fcndnis aus deutschen Gewerkschaften und Medienunternehmen. Die Europ\u00e4ische Journalisten F\u00f6deration (EJF) unterst\u00fctzt die Forderungen ihrer deutschen Mitglieder, des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) und der Deutschen Journalisten-Union (dju in ver.di), nach einer Versch\u00e4rfung des Gesetzesentwurfs. Am 29. September 2022 debattierte der Bundestag erstmals \u00fcber den Gesetzesentwurf der Bundesregierung,\u00a0der im Rahmen des Umsetzungsprozesses der EU-Richtlinie in deutsches Recht, Whistleblower besser vor Repressalien sch\u00fctzen soll. Der Gesetzesentwurf wurde noch in der Ressortabstimmung im Gesetzgebungsverfahren abgeschw\u00e4cht und so, laut des Medienb\u00fcndnisses &#8222;mit unzureichendem Schutz f\u00fcr Whistleblowing&#8220; in den Bundestag \u00fcbermittelt. Im Wesentlichen lautet dieKritik&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2758,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-2751","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2751","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2751"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2751\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2773,"href":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2751\/revisions\/2773"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2758"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2751"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2751"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeanjournalists.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2751"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}