BJV-Besuch in Rom: Ähnliche Probleme bei italienischen Journalisten


Arbeitsplatzabbau bei allen Medien, prekäre Bezahlung von freien Journalisten und außertariflichen Angestellten und manche Gesetzespraxis ist in beiden Ländern mit den Prinzipien der Pressefreiheit nicht in Einklang zu bringen.

Das ist das Resümee eines Meinungsaustausches zwischen dem italienischen Journalisten-Verband FNSI und BJV-Vertretern im Anschluss an die Eröffnung der Ausstellung Pressefoto Bayern 2016 im Goethe Institut Rom.

Bedrohungen durch die Mafia

In Italien arbeiten 15.000 Kolleginnen und Kollegen im Tarif, aber 14.000 in prekären Verhältnissen, berichtete FNSI-Geschäftsführer Raffaele Lorusso. Seine Gewerkschaft plant unter anderem eine große Demonstration vor dem Parlament in Rom um gegen geplante Einschränkungen bei der Justizberichterstattung zu protestieren und mehr Schutz der Journalisten vor Bedrohungen durch die Mafia zu fördern. Das betrifft nicht nur den Süden des Landes, inzwischen werden auch in Rom Journalisten bedroht, die sich mit der Verbrecherorganisation beschäftigen.

Aktuell berichtete am Samstag beispielsweise Welt N24/AFP über einen Vorfall in Rom: „Video: Bruder von Mafiaboss bricht Journalist die Nase“.

In Italien gibt es Staatsunterstützung für Verlage sowie Steuererleichterungen. Die FNSI fordert, dass diese Hilfen für den Erhalt von Arbeitsplätzen eingehalten werden müssen. Die stellvertretenden BJV-Vorsitzende Andrea Roth berichtete über die Lage der Journalisten in Bayern.

BJV und FNSI waren sich einig darüber dass sie ihre seit Jahren bestehenden Kontakte ausbauen wollen. Auf ihrer Website berichteten die italienischen Kollegen ausführlich über den Besuch: „La Federazione bavarese dei giornalisti in visita alla Fnsi: ‚Dobbiamo riportare il tema dei diritti nell’agenda politica Ue’“; auch das Magazin Giornalisti italia berichtet: „Libertà di stampa: Italia e Germania lottano unite“.

Rainer Reichert, DJV

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Foto: Lucilla Chiarenza, FNSI