Schweizer Bundesverwaltungsgericht gewährt türkischer Journalistin Asyl


Die Europäische Journalisten Föderation (EJF) begrüßt das Urteil des Schweizer Bundesverwaltungsgerichts bezüglich des Asylgesuchs der türkischen Journalistin H. E. Aufgrund politischer Verfolgung verließ sie am 3. Januar 2018 ihr Heimatland und gelangte auf dem Luftweg zunächst nach Tiflis (Georgien) und kurz darauf nach São Paulo (Brasilien), von wo aus sie am 14. Januar 2018 zum Flughafen Zürich reiste. Bei der Flughafenpolizei beantragte sie am 16. Januar 2018 Asyl in der Schweiz. Noch am selben Tag verweigerte das Staatssekretariat (SEM) ihr die Einreise in die Schweiz und verwies sie sich vorläufig im Transitbereichs des Flughafens Zürich aufzuhalten.

Am 19. Januar befragte das SEM die Kurdin mit türkischer Staatsangehörigkeit zu ihrem Asylgesuch. Sie arbeitete zunächst als Praktikantin und später als Korrespondentin bei einer unabhängigen, kurdischen Agentur bis diese 2016 vom Staat geschlossen wurde. Bis zu ihrer Ausreise arbeitete sie als Freelancerin für eine Zeitung, eine Nachrichtenagentur und verschiedene Medienstellen. Aufgrund ihrer journalistischen Arbeit wurde sie 2009 festgenommen. Nachdem sie vier Tage in Polizeigewahrsam gefoltert worden sei, verbrachte sie anschließend zwei Jahre und drei Monate in Untersuchungshaft. Nach ihrer Freilassung wurde das Verfahren gegen sie weitergeführt. Schließlich wurde sie 2017 vom türkischen Kassationsgericht zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt. Nachdem sie im Dezember 2017 zur Fahndung ausgeschrieben wurde, entschloss sie sich zur Ausreise.

Das SEM wies ihren Asylantrag am 23. Januar 2018 ab, worauf sie diesen Entscheid mithilfe ihres Rechtsanwalts beim Schweizer Bundesverwaltungsgerichts anfocht. Laut ihres Anwalts half die Intervention per Brief von der EJF ihr Asyl zu ermöglichen. Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht gewährte ihr am 8. Februar 2018 Asyl.

Credit Photo: Logo des Schweizer Bundesverwaltungsgerichts