Deutschland: WDR-Journalist erhält Morddrohung nach Kritik an AfD


Die Europäische Journalisten Föderation (EJF) und seine Mitglieder Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di (dju) zeigen sich solidarisch mit dem Journalisten des Westdeutschen Rundfunks (WDR) Georg Restle. Nach einem kritischen Kommentar zur “Alternative für Deutschland” (AfD) wurde er in den sozialen Netzwerken massiv beschimpft und erhielt sogar eine Morddrohung per Brief. Nach Angaben des WDR ist das Schreiben dem “rechtsextremen Spektrum” zuzuordnen. Die EJF übermittelte den Fall an die “Plattform für den Schutz und die Sicherheit von Journalisten” des Europarates. Der Westdeutsche Rundfunk hat Strafanzeige gestellt.

Am 11. Juli hatte Restle die AfD in einem Kommentar in den “Tagesthemen” als “parlamentarischen Arm einer rechtsextremen Bewegung” bezeichnet. Er bezog sich dabei auf die “Identitäre Bewegung”, eine Organisation, die vom Verfassungsschutz kürzlich als “rechtsextrem” eingestuft wurde. In der Stellungnahme fordert er, dass auch die AfD als rechtsextremistisch eingestuft wird. Als Grund nannte er “persönliche, strukturelle und ideologische” Verflechtungen zwischen der Identitären Bewegung und der AfD.

Restle ist leitender Redakteur des investigativen Magazins “Monitor”, das sich unter anderem mit Rechtsextremismus befasst. Als Reaktion auf den Kommentar wurde er sowohl in den Soial Media als auch von der AfD selbst heftig kritisiert. AfD-Parteichef Jörg Meuthen bezeichnete Restle in einer Rede in Cottbus als “Feind der Demokratie” und der Meinungsfreiheit.

Die dju verurteilte den Vorfall und begrüßte die Strafanzeige des WDR. “Bedrohungen gegen und Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten sind nicht hinnehmbar. Alle, die sich zu unserer Demokratie bekennen, sind aufgerufen, uns bei der Verteidigung der Pressefreiheit zu unterstützen.” Auch Frank Stach, Vorsitzender des DJV Nordrhein-Westfalen, bekundete seine Solidarität. “Wir verurteilen die widerliche Morddrohung gegen den Journalisten Georg Restle und stehen an seiner Seite.”

Photo Credit: WDR/Görgen