Europäische Journalisten Föderation

„Kampf für den Journalismus“


DJU in ver.di und der DJV unterstützten die von der Europäischen Journalistenföderation (EFJ) verabschiedete Position zu künstlicher Intelligenzuneingeschränkt.

KI verändert die redaktionelle Arbeit rasant. Sie übersetzt, unterstützt bei der Sichtung komplexer Texte, dient als Brainstorming-Partner. Und genau dafür kann sie ein wertvolles Werkzeug sein. Gleichzeitig ist sie in der Lage, rasend schnell Falschinformationen zu skalieren, Stimmen zu marginalisieren oder Medienpluralität auszuhöhlen. Die Frage lautet deshalb nicht „ob“ KI im Journalismus stattfindet, sondern unter welchen Bedingungen.

Für die EFJ und unsere nationalen Mitgliedsorganisationen sind diese klar: Menschliche Kontrolle bleibt unverzichtbar. KI darf nicht Inhalte erzeugen, die ungeprüft durch Redaktionen rauschen. Urheberrechte sind keine Restposten aus analogen Zeiten, sondern das Fundament der journalistischen Arbeit. Wer mit journalistischen Texten trainieren will, braucht Zustimmung, muss eine Vergütung gewährleisten.

Transparenz ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für Vertrauen: KI-generierte Inhalte sollten klar markiert sein. Ethik muss den Einsatz von KI prägen. Und wenn wir es ernst damit meinen, dass KI ein Werkzeug für alle sein soll, dann brauchen lokale Redaktionen und freie Journalist:innen denselben Zugang zu Weiterbildungen und Tools wie große Medienhäuser.

Das alles funktioniert jedoch nur, wenn Journalistenverbände am Tisch sitzen, wenn über KI-Regulierung geredet wird. Journalistenverbände müssen zur Gestaltung der Zukunft der KI beitragen, an der Entwicklung von KI-Systemen mitwirken. Wer KI in der Demokratie will, muss sie demokratisch gestalten.

Wir haben keine Angst vor Technik, sondern wissen, was auf dem Spiel steht: die Unabhängigkeit journalistischer Arbeit, die Integrität unserer Quellen, die Glaubwürdigkeit unserer Öffentlichkeit, letztlich die Demokratie, so Ute Korinth, Teilnehmerin in Kopenhagen. KI kann ein sinnvolles Werkzeug sein. Aber nur, wenn wir bestimmen, wie wir es einsetzen, da waren sich alle Teilnehmenden aus 13 Ländern in Kopenhagen einig. 

Die englische Version finden Sie hier.

Zum PDF-Inhalt springen