„Kampf für den Journalismus“

DJU in ver.di und der DJV unterstützten die von der Europäischen Journalistenföderation (EFJ) verabschiedete Position zu künstlicher Intelligenzuneingeschränkt. KI verändert die redaktionelle Arbeit rasant. Sie übersetzt, unterstützt bei der Sichtung komplexer Texte, dient als Brainstorming-Partner. Und genau dafür kann sie ein wertvolles Werkzeug sein. Gleichzeitig ist sie in der Lage, rasend schnell Falschinformationen zu skalieren, Stimmen zu marginalisieren oder Medienpluralität auszuhöhlen. Die Frage lautet deshalb nicht „ob“ KI im Journalismus stattfindet, sondern unter welchen Bedingungen. Für die EFJ und unsere nationalen Mitgliedsorganisationen sind diese klar: Menschliche Kontrolle bleibt unverzichtbar. KI darf nicht Inhalte erzeugen, die ungeprüft durch Redaktionen rauschen. Urheberrechte sind keine Restposten…

Europäische Medienorganisationen bekunden Unterstützung für Schweizer öffentliche und lokale Fernseher- und Radiostationen

Am 4. März werden Schweizer Bürger durch ein Referendum entscheiden, ob die Medienempfangsgebühr, bislang von der Firma Billag eingezogen (daher der Name der Initiative „NoBillag“), abgeschafft werden soll. Das gegenwärtige Schweizer Mediensystem besteht aus öffentlichen, privaten und Gemeinschaftsmedien. Jeder Sektor hat seine spezifischen Funktionen und Rollen. Die Abschaffung der nationalen Medienempfangsgebühr hätte den Verlust von zuverlässigen Informationsquellen zur Folge und würde demokratische Werte gefährden. In einem Land charakterisiert durch große linguistische und kulturelle Vielfalt, garantieren Medien mit öffentlichem Leistungsauftrag, betrieben von SRG SSR, nicht nur Zugriff auf Informationen in allen vier nationalen Sprachen (Schweizerdeutsch, Französisch, Italienisch und Romanisch), sondern gewährleisten…

Interview mit EJF-Präsident Mogens Blicher Bjerregård

Diktatur beginnt mit der Kontrolle des Worts Mogens Blicher Bjerregard ist seit Mai 2013 Präsident der European Federation of Journalists (EFJ). Günter Herkel sprach für die Deutsche Journalistinnen und Journalisten Union (dju) in ver.di mit ihm am Rande des Kongresses „Free European Media 2018“, den die EFJ am 15. und 16. Februar gemeinsam mit dem Europäischen Solidaritätszentrum im polnischen Gdansk ausrichtete. Von dort ging ein dringlicher Appell für unabhängige und freie Medien aus. 20. FEBRUAR 2018 VON GÜNTER HERKEL M | In Gdansk begannen Anfang der 1980er Jahre streikende Werftarbeiter ihren Kampf um unabhängige Gewerkschaften, Demokratie und Pressefreiheit. Seit dem Regierungswechsel 2015 sieht es…

Schweizer Bundesverwaltungsgericht gewährt türkischer Journalistin Asyl

Die Europäische Journalisten Föderation (EJF) begrüßt das Urteil des Schweizer Bundesverwaltungsgerichts bezüglich des Asylgesuchs der türkischen Journalistin H. E. Aufgrund politischer Verfolgung verließ sie am 3. Januar 2018 ihr Heimatland und gelangte auf dem Luftweg zunächst nach Tiflis (Georgien) und kurz darauf nach São Paulo (Brasilien), von wo aus sie am 14. Januar 2018 zum Flughafen Zürich reiste. Bei der Flughafenpolizei beantragte sie am 16. Januar 2018 Asyl in der Schweiz. Noch am selben Tag verweigerte das Staatssekretariat (SEM) ihr die Einreise in die Schweiz und verwies sie sich vorläufig im Transitbereichs des Flughafens Zürich aufzuhalten. Am 19. Januar befragte das SEM…

Europäisches Parlament beunruhigt über inhaftierten Journalisten Deniz Yücel

Während der Plenarsitzung des Europäischen Parlaments (5.-8.2.2018) in Straßburg, stimmten Abgeordnete des Europäischen Parlaments über eine Resolution bezüglich der aktuellen Situation der Menschenrechte in der Türkei ab. Die Europäische Journalisten Föderation (EJF) begrüßt die Bezugnahme zum Schicksal inhaftierter Journalisten, in den Einzelfällen von Deniz Yücel, Ayla Albayrak, Mehment Altan, Sahin Alpay und Ahment Sik, sowie eine Bezugnahme zur Anklage der Unterzeichner der Petition „Academics for Peace“, zum Missbrauch des Ausnahmezustands um andere Meinungen zum Schweigen zu bringen, und zur abschreckenden Wirkung des Drucks, der auf Nutzer von sozialen Medien ausgeübt wird, die Kritik gegenüber der Militäroperation in Afrin übten. Der…

Journalisten der Schweizer Nachrichtenagentur streiken aufgrund von Stellenkürzungen

Die Schweizer Mitgliedsorganisationen der Europäischen Journalisten Föderation (EJF), Impressum und Syndicom, haben zur Unterstützung für Angestellte der Schweizer Nachrichtenagentur SDA-ATS aufgerufen, die seit dem 29. Januar 2018 streiken. Die Europäische Journalisten Föderation äußert Solidarität mit den JournalistInnen und Angestellten, die   von den SDA-ATS Stellenkürzungen betroffen sind. Die Nachrichtenagentur begann ihren Streik um 14 Uhr am Dienstagnachmittag, der über die geplante Zeit von 14-17 Uhr  am 29. Januar hinausging und weiterhin andauert. Die Angestellten streiken nachdem die Agentur am 9. Januar 2018 ankündigte, dass bis zu 40 von insgesamt 180 Angestellte in Gefahr sind ihre Stelle zu verlieren, aufgrund von Druck auf die…

EJF General-Sekretär Ricardo Gutièrrez über „Fake News“: „Repression ist nicht die Lösung“

Veröffentlicht am Montag, 29. Januar 2018 um 10:09 Interview: Diego Velazquez (Brüssel) Medienexperte Ricardo Gutierrez hält ein Fake-News-Verbot für kontraproduktiv Herr Gutierrez, worüber sprechen wir eigentlich, wenn von „Fake News“ die Rede ist? Ich bin kein Freund dieses allgemeinen Begriffs, der hauptsächlich von Politikern verwendet wird, um Medien und Journalisten zu diskreditieren. Dafür spreche ich lieber von Fehlinformationen, die sich von verifizierten und zuverlässigen Informationen unterscheiden, die Journalisten produzieren. Die Hauptformen dieser Desinformation, die bekämpft werden müssen, sind einerseits die von einigen Staaten verbreitete Propaganda mit dem Ziel der politischen Destabilisierung und andererseits Kampagnen, die dazu dienen, die öffentliche Debatte…

BJV-Besuch in Rom: Ähnliche Probleme bei italienischen Journalisten

Arbeitsplatzabbau bei allen Medien, prekäre Bezahlung von freien Journalisten und außertariflichen Angestellten und manche Gesetzespraxis ist in beiden Ländern mit den Prinzipien der Pressefreiheit nicht in Einklang zu bringen. Das ist das Resümee eines Meinungsaustausches zwischen dem italienischen Journalisten-Verband FNSI und BJV-Vertretern im Anschluss an die Eröffnung der Ausstellung Pressefoto Bayern 2016 im Goethe Institut Rom. Bedrohungen durch die Mafia In Italien arbeiten 15.000 Kolleginnen und Kollegen im Tarif, aber 14.000 in prekären Verhältnissen, berichtete FNSI-Geschäftsführer Raffaele Lorusso. Seine Gewerkschaft plant unter anderem eine große Demonstration vor dem Parlament in Rom um gegen geplante Einschränkungen bei der Justizberichterstattung zu protestieren und…

Gegen Kürzungen und Sparmaßnahmen: Finanzierungs- und Beschäftigungsmodelle im Journalismus

Zukunftsangst, Technologiephobie, Frustration und Pessimismus – bisweilen scheinen dies die vorherrschenden Befindlichkeiten in der Medienbranche, in Journalistengewerkschaften zu sein. Selbstverständlich ist das nicht so. Und zudem eine Frage der Perspektive – und vielleicht des Alters? Denn zur gleichen Zeit beobachten wir bei Journalistinnen und Journalisten einen neuen Geist; die Bereitschaft “das Schicksal” in die eigene Hand zu nehmen. Ein Beleg ist die Entstehung neuer Finanzierungs- und Beschäftigungsmodelle im Journalismus. Auch wenn dieser Geist des “Entrepreneurial Journalism”, des Unternehmerjournalismus immer noch eher ein Nischendasein führt, wurde er während unserer Konferenz “Confronting Austerity: Financial and Employment Models in Journalism” lebhaft diskutiert, demonstriert…

EFJ Manifest

Im Vorfeld der Europawahlen hat die EJF ein Manifest veröffentlicht, in dem alle Mitglieder des Europäischen Parlaments (MdEPs) aufgefordert werden, die Wiederbelebung freier und pluralistischer Medien in Europa zu unterstützen. 118 KandidatInnen aus zehn Ländern hatten das Manifest „Europa braucht den Journalismus“ im Vorfeld unterzeichnet. Mindestens 12 von ihnen wurden ins Europäische Parlament gewählt.   Das EJF-Manifest enthält Forderungen zu den folgenden acht Themen: Medienpluralismus Finanzielle Nachhaltigkeit & die Zukunft des Journalismus Investigativer Journalismus Tarifverhandlungen und Sozialschutz für alle Beschäftigten Vertrauen und Verantwortlichkeit durch ethischen Journalismus Urheberrechte – Faire Verträge für alle Starke unabhängige öffentlich-rechtliche Medien Arbeitssicherheit   „Im Zeitalter…

Europas Gewerkschaften in Offensive für die Freien

von Michael Hirschler, Deutscher Journalisten-Verband, hir@djv.de Die polnische Regierung hat im Rest von Europa eigentlich keinen so guten Ruf, weil sie unabhängige Medien und auch die Justiz unter Druck setzt. Doch bei der Sozialpolitik hat sie dem Rest von Europa wohl einen Schritt voraus: seit dem 1. Januar 2017 gibt es dort den gesetzlichen Mindestlohn für Selbständige und diejenigen, die mit freiem Dienstvertrag tätig sind. Mindestlohn für Freie? Davon träumen viele der Selbständigen im Rest von Europa und selbst diejenigen in wirtschaftlich starken Ländern wie Deutschland. Denn Menschen, die ohne offizielles Arbeitsverhältnis beschäftigt werden, werden bei den Themen faire Bezahlung…

EJF Jahresversammlung: Investigative Medien wichtiger denn je

Von Wolfgang Mayer, dju in ver.di. Mogens Blicher Bjerregård, Präsident der Europäischen Journalisten-Föderation (EJF), ließ auf der Jahrestagung der EJF in Bukarest keinen Zweifel aufkommen: Investigativer Journalismus ist trotz der „kritischen Zeiten“ für den Berufsstand wichtiger denn je – auch wenn Politiker auf Konfrontationskurs mit den Medien gehen, und derzeit 60 Kolleginnen und Kollegen in Europa wegen ihrer Dienste für die Gesellschaft in Gefängnissen sitzen. Patrick Penninckx, der Leiter der Abteilung zur Informationsgesellschaft beim Europarat, stellte fest: In 28 der 47 Länder Europas sind Journalistinnen und Journalisten nicht hinreichend vor Gewalt geschützt. Allzu oft würden Gesetze gegen den Terrorismus dazu…